Straßenbau zur Ortsumfahrung B 294 Niederwinden läuft an / Zeitpuffer einplanen / Auftragsvergabe für Brandbergtunnel / Hohe Mehrkosten.

Bild: Nikolaus Bayer

Der Straßenbau um Niederwinden beginnt mit der Abfahrt West, die links von der jetzigen Trasse der B294 abzweigen wird. Rechts der Straße wird das zunächst zweispurige Provisorium gebaut, das dann einspurig auf dem Wirtschaftsweg weitergeführt werden muss.

Der Straßenbau für die Ortsumfahrung B 294 Niederwinden geht jetzt los. Bagger- und Lkw-Betrieb sind dafür sichtbares Zeichen. Die Arbeiten beginnen am Ortseingang mit dem Bau der künftigen Abfahrt Niederwinden-West, durch die es in nächster Zeit massive Beeinträchtigungen des Verkehrs geben wird. Dies kündigten Bauleiter Daniel Haberstroh und Bürgermeister Klaus Hämmerle bei einem Pressegespräch im Baubüro und an der Baustelle an.

 

Das Regierungspräsidium verfolgt mit seiner Zeitplanung eine bestmögliche Abstimmung mit der jetzt für 2020 angekündigten Elektrifizierung der Breisgau-S-Bahn. Bei Beginn dieser Arbeiten, die mit Sperrpausen verbunden sein werden, darf und soll es für den Verkehr auf der B 294 keinerlei Behinderungen mehr geben. Das bedeutet, dass beim Straßenbau alle Arbeiten, die eine Aufstellung von Ampelanlagen erfordern, im zweiten Halbjahr 2019 durchgeführt werden.

Dies gilt zunächst für die Einfügung der Abfahrt Niederwinden-West in die bestehende B 294. Für diese Baumaßnahme muss der Autoverkehr vorübergehend über den bisherigen Wirtschaftsweg sowie über ein Provisorium geführt werden. Die zweispurige provisorische Trasse, die bis Ende der Pfingstwoche fertig sein wird, beginnt am Ortsausgang. Daran anschließend kann der Verkehr auf Höhe der Kläranlage über circa 150 Meter nur einspurig über den Wirtschaftsweg geführt werden, was den Betrieb einer Lichtsignalanlage erfordert.

"Dies wird zunächst zu massiven Rückstaus führen", kündigt Bauleiter Haberstroh, "ohne etwas schön reden zu wollen", an. Es wird aber damit gerechnet, dass sich der überregionale Durchgangsverkehr dann eine Ausweichstrecke sucht. Etwas entlasten soll überdies eine flexible Verkehrsführung durch Handbedienung der Ampeln in den Stoßzeiten. Beginn des Ampelbetriebs wird voraussichtlich um den 17. Juni sein. Nach Fertigstellung von Niederwinden-West folgt am östlichen Ortseingang der Anschluss von neuer Elzbrücke und Abfahrt Ost an die B 294. Dafür muss auch hier eine Lichtsignalanlage aufgestellt werden. Für beide Anbindungen wird mit einer Bauzeit von mindestens vier Monaten gerechnet. Entsprechend lange müssen sich Verkehrsteilnehmer wie auch Anlieger in Niederwinden auf Staus einrichten.

Für Radfahrer und Fußgänger gibt es während des Baus von Niederwinden-West ebenfalls etwas zu beachten. Für beide Gruppen wird der Wirtschaftsweg gesperrt sein. Als Ausweichstrecke nach Bleibach müssen sie den Silberwaldweg nutzen.

Die Baumaßnahme Niederwinden kann nun anlaufen, weil auch das Vergabeverfahren für den Straßenbau abgeschlossen ist. Es gab eine dreimonatige Verzögerung durch die Klage eines Bieters vor der Vergabekammer, die jedoch abgewiesen wurde (die BZ berichtete). Dadurch ist die Vergabe an eine Arbeitsgemeinschaft der Tiefbaufirmen Vogel, Joos, Schleidt und Pontiggia bestätigt worden, die auch sofort mit der Baustelleneinrichtung begonnen haben. Nach Angebot werden sich die Kosten für diesen Straßenbau auf 11,3 Millionen Euro belaufen.

Im Unterschied zu Niederwinden läuft in Oberwinden weiter alles planmäßig. Denn auch für den Brandbergtunnel ist die erste Auftragsvergabe erfolgt. Der Zuschlag für den Tunnelrohbau, also die Herstellung von Röhre und Straße, ging an ein deutsch-schweizerisches Konsortium aus den Firmen Baresel (Stuttgart), Storz (Tuttlingen) und Heitkamp (Dierikon-Luzern) für 52,4 Millionen Euro. Damit ist schon klar, dass die anfängliche Etatplanung für die gesamte Ortsumfahrung Winden von 68 Millionen Euro überschritten werden wird.

Erste Auftragsvergabe für Tunnelbau


Jedoch ist man mit diesem Hauptvorhaben und somit auch dem Gesamtprojekt "voll im ursprünglichen Zeitplan", teilte der Bauleiter mit.

In Oberwinden verläuft die B 294 seit wenigen Tagen über das Gewerbegebiet Frohnacker. Dadurch können jetzt auch in der Hauptstraße die Regen- und Schmutzwasserkanäle sowie die Wasserleitung verlegt werden. Ein Passieren für Fußgänger ist dort für neun Wochen nicht mehr möglich. Bürgermeister Hämmerle bittet daher alle Bewohner aus dem Neudorf, insbesondere Schulkinder, den etwas längeren Gehweg entlang der neuen Straße bis zur Fußgängerampel zu nutzen. Mit der gleichen Bauzeit muss auch in der Unterspitzenbacher Straße noch gerechnet werden, wo alle Versorgungsleitungen von den Kanalschächten bis zur 20 KV-Leitung neu ausgerichtet werden. Anlieger und Bewohner aus Katzenmoos werden dadurch nur durch das Neudorf zur B 294 gelangen.

Fertiggestellt ist im Bereich Oberwinden-Ost die fast 400 Meter lange Hangsicherung entlang der künftigen Trasse der B 294. Weit über 1000 jeweils fünf Meter lange Nägel wurden dafür in den Fels getrieben, mit stählernen Krallklammern die Netzverspannung befestigt und darüber Aufständerungen angebracht.

Nach vier Sprengungen im Geländeeinschnitt ist daran anschließend jetzt auch die Fläche für die Zufahrt zum Tunneleingang sowie die 13 Meter hohe Portalwand freigelegt.

Die umliegende Systemvernagelung ist ebenfalls weit fortgeschritten. Die Kosten für diese Hang- und Baustellensicherung belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro. Die bauvorbereitenden Arbeiten in ganz Oberwinden werden sich auf rund sieben Millionen summieren. Für die jetzt erfolgte Vergabe des Tunnelauftrags und Einhaltung des Zeitplans bedankte sich der Bürgermeister beim Regierungspräsidium, insbesondere beim für Winden verantwortlichen Ingenieur Ulrich Frech vom Referat 43 Tunnelplanung.

 

 

DER BAU des künftigen Anschlusses West in Oberwinden ist jetzt fertiggestellt. Ab dem morgigen Dienstag, 28. Mai, fließt der Autoverkehr auf der B 294 über diese neue Trasse durch das Gewerbegebiet Frohnacker. Der Bereich Waldhornkurve, wo in Kürze die Einrichtung der Tunnelbaustelle beginnt, wird so umfahren.

         Bild: BZ Nikolaus Bayer

 

Im Zuge des Baus der B 294 Ortsumfahrung Winden im Elztal, 2. Bauabschnitt - Oberwinden, wird demnächst der gesamte Straßenverkehr auf der Bundesstraße B 294 durch das Gewerbegebiet „Frohnacker“ geführt.

In den kommenden Monaten wird der örtliche Anliegerverkehr und der Verkehr von/nach Elzach-Katzenmoos baustellenbedingt bereits vorübergehend durch das Wohngebiet „Neudorf“ (Hohrüttstraße, Frohnmattenstraße, Eisweiherstraße) umgeleitet.

Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer die entsprechenden Beschilderungen und die geänderten verkehrsrechtlichen Anordnungen zu beachten sowie um gegenseitige Rücksichtnahme. Den durch die Beeinträchtigungen betroffenen Anwohnern und Firmen danken wir für ihr Verständnis.

       Bild: Gemeinde Winden im Elztal

Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten am Tunneleinschnitt/-portal Oberwinden-Ost werden in der Zeit von Dienstag, 23. April bis Freitag, 26. April 2019 (KW 17) und von Montag, 6. Mai bis Freitag, 10. Mai 2019 (KW 19) Nachtarbeiten durchgeführt.
Dadurch kann es zu Beeinträchtigungen und Störungen der Nachtruhe durch teilweise erhöhten Lärmpegel kommen.
Wir bitten alle betroffenen Einwohner um Beachtung und Verständnis.

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Video Siegfried Wehrle

Anschluss Oberwinden Ost (Bau-km 3+939)
Rund 140 m nach dem östlichen Tunnelprotal erhält Oberwinden einen zweiten Anschluss (AS-Oberwinden-Ost). Um eine möglichst optimale Verkehrsentlastung von Oberwinden zu erreichen (Verkehrsgutachten B294 Winden-Elzach) sowie zur Vermeidung von Umwegen für den ÖPNV, ist der AS Oberwinden-Ost zwingend erforderlich.

 

Der Bauleiter der Ortsumfahrung B 294 Winden berichtete im Gemeinderat / Sprengungen, Ampelregelungen, Radweganbindung .

https://www.badische-zeitung.de/elzach/baustelle-behinderte-verkehr-kaum

Die zweite Sprengung am Brand vor einigen Tagen verlief problemlos. Innerhalb eines Sicherheitsradius von 300 Metern durfte sich niemand aufhalten. Im Geländeeinschnitt muss der Felsvorsprung rechts für die künftige Straßenführung zur Tunnelwand entfernt werden. Foto: Nikolaus Bayer


Bürgermeister Klaus Hämmerle teilte mit, dass der Ersatzweg für die Rüttlersberg-Brücke entlang der künftigen Ortsumfahrung Niederwinden genehmigt ist.