Foto: Marita Schmieder (Tunnelpatin und BI Vorsitzende B 294 Ortsumfahrung Winden und Gemeinderätin)

Nachfolgend die Rede von Marita Schmieder beim Tunnelanstich:

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Bilger,

sehr geehrter Herr Minister Hermann,

sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Schäfer,

sehr geehrte Bundestags- und Landtagsabgeordnete

liebe Festgäste

 

auch ich möchte Sie sehr herzliche Willkommen heißen bei unserem Festakt.

 

Heute ist wieder einmal ein ganz besonderer Tag für unsere Gemeinde.

 

Es freut mich außerordentlich, dass wir heute den Tunnelanschlag für unsere langersehnte Ortsumfahrung feiern können. Es war ein langer Weg bis zu diesem Tag.

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen, sehr geehrter Herr Staatssekretär Bilger, Herr Minister Hermann und allen politischen Vertretern für Ihren Einsatz für unsere Ortsumfahrung und natürlich unseren Tunnel bedanken.

 

Sie alle hatten mehr oder weniger immer wieder das Vergnügen, mich und die Bürgerinitiative Pro Umfahrung Winden im Elztal zu ertragen, mit unserer beharrlichen und eindringlichen Bitte und auch Forderung, die Ortsumfahrung für den Bau freizugeben bzw. für eine Baufreigabe sich einzusetzen.

 

Einen großen Dank gilt an dieser Stelle unserer Frau Regierungs-präsidentin Frau Bärbel Schäfer. In ganz besonderer Erinnerung blieb mir, als Sie eine Delegation aus Winden und Elzach einen ganzen Tag nach Berlin ins Verkehrsministerium begleiteten, um ebenfalls für die Ortsumfahrung Winden zu werben. Vielen herzlichen Dank!

 

 

In der 10-jährigen Arbeit als BI Vorsitzende kann ich nur dafür plädieren, sich nie von seiner Überzeugung ablenken zu lassen. Es lohnt sich, sich für eine Überzeugung einzusetzen und zu kämpfen.

 

Ganz besonders freut es mich, heute hier als Tunnelpatin stehen zu dürfen. Es ist für mich eine ganz große und besondere Ehre die Tunnelpatenschaft zu übernehmen.

 

Ich war sehr überrascht, als man mir dieses hohe Ehrenamt angeboten hat. Im ersten Moment konnte ich mir darunter nichts vorstellen. So machte ich mich auf die Suche, was ist eigentlich eine Tunnelpatin, was sind ihre Aufgaben.

 

Mir wurde mitgeteilt, dass als Tunnelpatin eine Frau bezeichnet wird, die während der Bauphase des Tunnels dessen Patenschaft übernimmt.

 

Sie ist fortan während der Bauphase die irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und sie soll den Mineuren Glück bringen.

 

Die Patenschaft in der Bergbautradition ist immer weiblich.

 

Dann stellte sich mir die Frage, warum verehren die Bergleute die hl. Barbara als ihre Schutzpatronin, die eine der 14 Nothelfer ist?

 

Hier wurde ich auch fündig:

Die Legende erzählt, dass Barbara bei ihrer Flucht an einem steilen Berghang am Ende ihrer Kräfte war. In ihrer Angst vor dem Vater betete sie zu Gott: „Hilf mir! Zeige mir eine Öffnung in den Felsen, wo ich mich verstecken kann!“ Tatsächlich fand das Mädchen einen tiefen Felsspalt, der ihr bis zum Verrat durch einen Hirten Schutz bot.

 

 

 

In alten Zeiten begann der Bergmann seine schwere und gefahrvolle Arbeit mit dem Wunsch „Glück zu!“

 

Er wollte damit ausdrücken: Wenn ich die hl. Barbara um Hilfe anflehe und Glück habe wie sie, führt sie mich zu reichen Bodenschätzen und lässt mich gesund wieder ans Tageslicht zurückkehren.

 

Aus „Glück zu“ wurde später, als die Schächte in immer größere Tiefe reichten, „Glück auf!“ Deshalb ist die hl. Barbara bis heute u.a. die Schutzpatronin der Bergleute geblieben.

 

Auch in unserer Seelsorgeeinheit hat die hl. Barbara einen hohen Stellenwert: Die kath. Kirche in Oberspitzenbach ist ihr geweiht.

 

Liebe Mineure, ihr werdet sicherlich in unserem Tunnel keine reichen Bodenschätze finden.

Ich wünsche Ihnen bei ihrer gefährlichen Arbeit auf dieser Baustelle viel Glück, dass sie immer unbeschadet von der Arbeit zurückkehren und dass die Heilige Barbara immer an ihrer Seite ist und sie beschützt.

 

Liebe Mineure,

mit viel Herzblut habe ich mich für diese Umfahrung eingesetzt. Mit gleichem Einsatz und genauso viel Herzblut möchte ich Eure Patin sein.

 

 

Ein schönes Gebet von Bergmannskinder hab ich gefunden und möchte ich Ihnen zum Schluss noch vortragen:

 

Glück auf!!