Der Bundestagsabgeordnete Dr. Johannes Fechner wurde heute von der Bauleitung und der örtlichen Bauüberwachung über den Stand und den Fortgang der Arbeiten in den Baustellenbereichen der Tunnelportale West und Ost informiert.

v.l.n.r. Michael Drumbl, Johannes Fechner, Klaus Hämmerle. Marita Schmieder, Daniel Haberstroh

(BZ). Beeindruckt von der enormen Leistung aller Beteiligten hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner gezeigt, als er jüngst die Tunnel-Baustelle in Oberwinden besuchte. Zentrale Nachricht, die er mitgeteilt bekam: Die Arbeiten am Tunnel in Oberwinden liegen im Zeitplan, der Tunneldurchschlag soll noch in diesem Jahr erfolgen und die Umgehung in Niederwinden werde voraussichtlich im September eröffnet.

Läuft auch weiterhin alles nach Plan, dann werden die Autos 2024 durch den Tunnel in Oberwinden fahren. Für das Ortsbild wird dies, sobald auch die weiteren Arbeiten abgeschlossen sind, einen erheblichen Gewinn bedeuten, wie Gesamtprojektleiter Daniel Haberstroh vom Regierungspräsidium Freiburg den SPD-Abgeordneten Fechner in Anwesenheit von Bürgermeister Klaus Hämmerle und der Vorsitzenden der Bürgerinitiative Marita Schmieder erläuterte.

Es sind schon beachtliche Zahlen, die Ingenieur Michael Drumbl vom Ingenieurbüro Müller + Hereth im Zusammenhang mit dem Umfahrungsprojekt Winden präsentierte. Alleine für die drei bis vier Sprengungen pro Tag kommt insgesamt eine halbe Tonne Sprengstoff zum Einsatz. Der Flüssigsprengstoff wird auf der Baustelle aus zwei Chemikalien gemischt. In der Nacht darf allerdings nicht gesprengt werden; am Sonntag wird nicht gearbeitet. Je Abschlag fallen 120 bis 150 Kubikmeter Abraum an, der aus dem Tunnel transportiert wird. "Der Vortrieb ist sehr gut", waren sich Gesamtprojektleiter Haberstroh und Ingenieur Drumbl einig. Draußen untersuchen Geologen das Material. Seit sie natürliches Asbest im Abraum gefunden haben, arbeiten die Tunnelbauer ständig unter Atemschutz (Die BZ berichtete). Beim Auftreten einer solchen geologischen Ader tragen sie einen Vollschutz. Das belastete Material wird auf speziellen Schadstoffdeponien entsorgt. Da die Arbeit körperlich sehr anstrengend ist, kann jeder Arbeiter auch nur maximal vier Stunden am Stück arbeiten. Zum Team zählen rund 30 bis 35 Mitarbeitende. Achten muss das Team aber auch auf das von oben mit bis zu 80 Bar drückende Grundwasser. Aus diesem Grund wird alleine die Innenhülle des Tunnels an einigen Stellen bis zu 1,20 Meter dick werden.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative und Tunnelpatin Marita Schmieder lobte, "wie vorbildlich hier die Öffentlichkeit eingebunden wird". Dies würdigte auch Johannes Fechner: "Die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation sind vorbildlich."

Die für die Umfahrung Niederwinden zuständige Projektleiterin Verena Heizler informierte, dass man auch dort im Plan liege. Nur noch ein paar Restarbeiten seien zu erledigen, bis der Straßenverkehr über die neue Umgehung fließen und diese den Ort erheblich entlasten wird. Nachdem es im Baubüro West erste grundlegende Infos gegeben hatte, ging es mit Schutzweste, Gummistiefeln und Helm ausgestattet auf die Baustelle, zunächst auf die Westseite des Tunnels und dann auf die östliche Seite. Dort empfängt die Besucher eine elektronische Infotafel, die anzeigt, dass schon um die 400 Tage unfallfrei gearbeitet wurde. Auch wenn alles dafür getan wird, dass dies so bleibt, gibt es eine eigene Rettungsleitstelle. Hintergrund ist, dass die örtliche Feuerwehr für die ersten 200 Meter im Tunnel zuständig ist, dann sind die eigenen Fachleute an der Reihe, die über eine spezielle Ausbildung und umfangreiche Ausstattung für Unglücksfälle verfügen.

Die Baustelle hat ihr eigenes Betonwerk

Doch nicht nur dies. Am Ostportal wurde eigens für die Tunnelarbeiten ein eigenes Betonwerk aufgebaut. Immerhin werden jeden Tag 30 bis 40 Kubikmeter Beton verarbeitet. Rund ein Vierteljahr hat es gedauert, bis die gesamte Infrastruktur stand. Deutlich vorher hatte man mit der Hangsicherung begonnen.

Wann der Tunneldurchschlag genau sein wird, wollen sich die Verantwortlichen zumindest öffentlich noch nicht entlocken lassen. Zwar läuft bisher alles nach Plan und das Gestein macht bis jetzt nicht noch größere Probleme. Doch dessen Beschaffenheit kann sich von Moment zu Moment verändern und dies kann zu unerwarteten Verzögerungen führen. Dennoch sind Haberstroh und Drumbl optimistisch, den Zeitplan weiterhin einhalten zu können.