Bauarbeiten für die B-294-Ortsumfahrung kommen voran / Tunnelvortrieb über der Hälfte.

 

Blick von der Durchschlagswand auf die Baustelle für den Vortunnel an der ehemaligen Waldhornkurve. Zur Überquerung des Trogs, der hier ausgehoben wird, wurde jetzt die Behelfsbrücke installiert. Foto Nikolaus Bayer

Bericht in der Badischen Zeitung vom 10.7.2020:

An den Baustellen für die Ortsumfahrung Winden geht es weiter voran. Am westlichen Ortsende von Niederwinden, für den vorbei rollenden Verkehr nicht zu übersehen, wird gebaggert und betoniert. Unweit der künftigen Abfahrt West entsteht das zweite Regenklärbecken – das letzte Bauobjekt, das vor Eröffnung der Umfahrung noch fertiggestellt werden muss. Verena Heitzler, die Bauleiterin des Regierungspräsidiums für Niederwinden, und Kevin Kaltenbach, der die Bauaufsicht hat, machten bei einem Ortstermin einige Angaben zum Bau. Die Außenwände des Klärbeckens stehen und ragen noch deutlich aus dem Untergrund heraus. Das wird aber nicht so bleiben. Das 5,25 Meter hohe Bauwerk, 19 Meter lang und sechs Meter breit, wird am Ende mit seiner Oberkante nahezu auf Straßenniveau liegen. Die dafür nötige Absenkung erfolgt durch einbetonierte Schienen am Fundament. Ein Bagger entnimmt derzeit das gesamte Erdreich mit dem nachlaufenden Grundwasser aus dem Innenraum, womit erreicht wird, dass der Koloss durch sein Eigengewicht abgleiten kann. "Gerade mal die ersten 40 Zentimeter sind geschafft", schätzte Kaltenbach den jetzigen Stand ein. Wie schnell es geht, hänge auch von den Bodenverhältnissen ab.

Sobald die geplante Tiefenlage erreicht ist, werden dann noch die Bodenplatten, ein Übergabeschacht und die Tauchwände eingebracht. Im Klärbecken wird künftig das verschmutzte Oberflächenwasser der Umfahrung gesammelt und einem Absetzprozess unterzogen. Nach dieser mechanischen Reinigung wird es in einen Vorfluter abgeleitet. Wobei auch sichergestellt sein wird, dass keinerlei Ölrückstände mehr enthalten sind, sagte Heitzler.

Zur Umfahrungsstrecke teilte sie mit, dass die wesentlichen Arbeiten dort abgeschlossen seien. Die Leitplanken sind angebracht. Was noch fehlt, sind die Geländer an der 100 Meter langen Gabionenwand, die Beschilderung und die Markierungen. Bauleiter Daniel Haberstroh, der ebenfalls auf der Baustelle vorbeikam, ist zuversichtlich, dass es bei der Terminplanung bleibt und "man die Umfahrung Niederwinden Mitte September wohl aufmachen" könne.

Zum Baufortgang in Oberwinden machte er ebenfalls Angaben. Im bergmännischen Tunnel ist man mit dem Vortrieb inzwischen bei 460 Meter angelangt, das heißt mehr als die Hälfte des 760 Meter langen Stollens ist geschafft. Schon gearbeitet wird auch am ersten, kürzeren Rettungsstollen; etwa 30 seiner knapp 100 Meter seien entnommen. Im September möchte man den Durchbruch an der jetzigen B 294 erreichen.

Langsam in die Tiefe geht es jetzt auch im Bereich des künftigen Vortunnels. Der Aushub für den Trog hat begonnen. Zuerst wird der tiefere von zwei Bauabschnitten an der Durchschlagswand angegangen. Dort wird die Baugrube bis zu zehn Meter tief werden. Zu ihrer Absicherung werden noch die letzten Bohrpfahlwände eingebracht. Bis auf etwa drei Meter wurde im Bereich der ehemaligen Waldhornkurve schon aufgegraben. Dadurch konnte vor zwei Wochen bereits die Behelfsbrücke installiert werden, die künftig über die Baustelle hinwegführen und Oberwinden mit Neudorf und Spitzenbach verbinden wird. Die Brücke ist für Pkw zweispurig und für Lkw einspurig befahrbar.

 

 

 

 

 

Die Behelfsbrücke im Bereich des Tunnelsportals West (Hauptstr./Spitzenbacherstraaße in Oberwinden) ist für den Verkehr und für die Fußgänger wieder freigegeben.

Mit der Sprengung für den Abschlag bei 379 Meter bis 380,5 Meter ist die Hälfte des bergmännischen Vortriebs der Kalotte erreicht.
Glück auf!
Möge die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute und Mineure, stets für den nötigen Beistand sorgen.
 

       Foto: BZ Sylvia Sredniawa

 

Fast ohne Unterbrechung rollten in den vergangenen Tagen die Sattelschlepper, kippten ihr heiße Last in den Beschicker und der Fertiger mit seinem Ausleger verteilte sie exakt auf die vorgeschriebene Breite. Foto: Nikolaus Bayer

 

Bericht in der Badischen Zeitung vom 8.4.2020

WENIG BEEINDRUCKT von Corona wird (und muss wohl auch ) am Brandbergtunnel für die künftige Ortsumfahrung B 294 in Oberwinden weitergearbeitet werden. Hier auf diesem Bild wird Aushubmaterial aus dem Tunnel – gebrochener Schotter – in Oberwinden beim Tunnelportal West (Richtung Niederwinden) zwischengelagert. Da in der Fläche Platzmangel herrscht, wird eben zig- meterhoch aufgeschüttet. Lkw und Bagger sind gut aufeinander abgestimmt – trotzdem ein wohl nicht ganz ungefährliches "Manövrieren", besonders für Baggerfahrer Benjamin vom Bauunternehmen Storz aus Tuttlingen.

Foto: Markus Häringer

Verkehrsminister Hermann und Vertreter der Bauwirtschaft bekräftigen enge Kooperation zur Bewältigung der Krise – Die überwiegende Zahl der Bauprojekte ist nicht von Verzögerungen  betroffen. Verkehrsminister Hermann und Vertreter der Bauwirtschaft bekräftigen enge Kooperation zur Bewältigung der Krise.

Bisher sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Straßenbauprojekte in Planung und Bau überschaubar. Das liegt daran, dass sich die Verantwortlichen für Baumaßnahmen in hohem Maße mit ihren Projekten identifizieren und sie so am Laufen halten. Die Bauwirtschaft und das Verkehrsministerium haben heute besprochen, wie die Auswirkungen der Krise auch weiterhin geringgehalten werden können.

Weitere Informationen unter: https://bit.ly/39tg2tV