Bericht in der Badischen Zeitung:

Entlang der Umfahrung Niederwinden bis...ume und Tausende Sträucher gepflanzt.   | Foto: Nikolaus Bayer

Entlang der Umfahrung Niederwinden bis zum Anschluss West wurden mehrere 100 Bäume und Tausende Sträucher gepflanzt. Foto: Nikolaus Bayer

Bereits seit vorigem September freigegeben ist die Ortsumfahrung Niederwinden. Dort wurde jetzt – für jeden Verkehrsteilnehmer sichtbar – auch die letzte Vorgabe aus der Planfeststellung erfüllt.

 

Rund drei Wochen war ein Gartenbauunternehmen aus Nagold damit beschäftigt, die Randflächen und Böschungen zu bepflanzen. Entlang des Wirtschaftswegs an der 1,3 Kilometer langen Straße wurden insgesamt 230 Bäume und 5080 Sträucher gesetzt. Darunter sind 15 verschiedene Baumarten wie Süßkirsch-, Zwetschgen-, Pflaumen-, Apfel- und Birnbäume; außerdem Laubbäume wie Spitzahorn, Roterle, Birken, Mainbuchen, Vogelkirschen, Zitterpappeln, Stieleichen, Ebereschen und Bergulmen. An der Abfahrt West wurde auch eine Streuobstwiese angelegt. Das Ganze zählt zu den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, die als Umweltauflage mit dem Neubau der Straße verbunden worden waren. "Es wurde hier viel mehr nachgepflanzt als vorher entnommen", stellte Projektleiter Daniel Haberstroh vom Regierungspräsidium dazu fest. Für diese umfangreiche Pflanzaktion hat der Bund rund 320 000 Euro aufgebracht. Vier weitere Jahre wird er auch für die Pflegearbeiten aufkommen. Danach geht die Unterhaltungspflicht für die Böschungen an die Straßenmeisterei, also den Landkreis, und ansonsten auf die Gemeinde Winden über.

Weitere Ausgleichsmaßnahmen in diesem ersten Bauabschnitt gab es für die hier große Population an Zauneidechsen. Wie Haberstroh mitteilt, seien zehn Kleinbiotope, bestehend aus Steinhaufen, Sandinseln und Gehölzen, angelegt worden. Das regelmäßige Monitoring der Naturschutzbehörde habe ergeben, dass die Biotope gut angenommen wurden und die Bestände sich entwickeln.

An der Ortsumfahrung hat sich Anfang März aber noch etwas verändert. Auf der neuen Bundesstraße wurde die an der Abfahrt Rüttlersberg bestehende 70er-Zone noch in südliche Richtung ausgeweitet. Begründet wurde dies mit Lärmschutz. Hierzu stellte Haberstroh auf Nachfrage fest, dass die Planfeststellung älter ist als das später erschlossene, angrenzende Baugebiet Riedweg. Folglich konnte der Plan noch keine solchen Lärmschutzauflagen enthalten. Lärmschutz hätte man seitens der Gemeinde im Bebauungsplan geltend gemacht werden können. Bei der Erschließung sei aber auf kostensteigernde Schallschutzwände verzichtet worden. Von Bürgermeister Klaus Hämmerle war zur Versetzung der Schilder zu erfahren, dass seitens der Gemeinde ein Antrag auf Lärmschutzprüfung gestellt worden sei. Aufgrund des Lärmaktionsplans der Gemeinde sei die untere Verkehrsbehörde im Landratsamt zu einer "wohlwollenden Prüfung" angehalten gewesen. Von ihr habe auch eine Berechnung der Lärmbelastung stattgefunden, jedoch keine Messung, was in solchen Fällen auch nicht üblich sei. Als Ergebnis hätte die Kreisbehörde dann die "ergänzende Geschwindigkeitsbegrenzung" angeordnet.